Willkommen auf der Infowebseite des Oberösterreichischen Flussperlmuschelschutzprojektes
Bis vor wenigen Jahrzehnten prägte die Flussperlmuschel (Margaritifera margaritifera) noch eindrucksvoll das ökologische Erscheinungsbild der europäischen Mittelgebirgsbäche. Heute ist sie jedoch in den meisten ihrer Wohngewässer vom Aussterben bedroht – und aus vielen bereits tatsächlich verschwunden. Nun wird europaweit fieberhaft um den Erhalt der wenigen isolierten Restbestände dieser einzigartigen Muschelart gekämpft. Aus dem kulturellen Erbe Europas ist die Flussperlmuschel – aufgrund der Kunstwerke, die aus ihren Perlen gefertigt wurden – nicht mehr wegzudenken.
Seit Beginn des Jahres 2011 wird im Auftrag der Abteilung Naturschutz am Amt der Oberösterreichischen Landesregierung vom Technischen Büro für Gewässerökologie "blattfisch" ein mehrjähriges, umfangreiches Artenschutzprojekt mit dem Titel „Vision Flussperlmuschel“ umgesetzt. Neben der Nachzucht dieser Tierart in einer eigens dafür konzipierten Zuchtstation wurden im Rahmen des Projekts zahlreiche Untersuchungen in potentiellen Perlmuschelgewässern durchgeführt, um geeignete Wiederansiedelungsbereiche zu identifizieren. In der aktuell sechsten Projektphase liegt der Fokus auf der Freilassung der nachgezüchteten Jungmuscheln in diesen geeigneten Habitaten sowie in der Nachzucht von weiteren Tieren sowie der Umsetzung von Verbesserungsmaßnahmen im Gewässer. Langfristiges Projektziel ist die Schaffung von selbsterhaltenden Muschelpopulationen, die ohne menschliches Zutun überlebensfähige Bestände ausbilden.
Diese Homepage soll für alle Interessierten ein Informationsportal darstellen, auf dem ein möglichst umfassender Überblick über die Biologie der Flussperlmuschel gegeben werden soll. Zugleich wird hier auch möglichst aktuell detailliert über die Fortschritte im Projekt „Vision Flussperlmuschel“ berichtet. In einem Serviceteil wird auch Literatur für die intensivere Beschäftigung mit der Thematik empfohlen und auf Veranstaltungen hingewiesen, bei denen man sich persönlich über die Flussperlmuschel und das Artenschutzprojekt informieren kann.